Donnerstag, 11. September 2014

Good Morning Viet Nam! :)

Heute morgen bin ich das erste Mal in Ho Chi Minh City aufgewacht. Ich war noch immer von meiner 26 Stunden lange Reise erschlagen, aber der Gedanke, was jetzt auf mich zukommt, machte das Aufstehen um einiges leichter. Zwei Praktikantinnen, ebenfalls aus Deutschland, und mich verschlug es zum Frühstück erstmal in eine kleine Sandwich Bar. In Vietnam kennt man das Frühstück im Grunde gar nicht, hier isst man für jede Mahlzeit das gleiche. Da wir morgens Nudelsuppe nicht so ansprechend finden, begann der Morgen doch eher altbekannt, mit einem Käsesandwich und einem Coffee Blender, so lecker wie man ihn sich kaum vorstellen kann. Vietnam ist übrigens der zweit größte Kaffee-Exporteur der Welt. Und ich hab' letzt Woche noch meine Mitbewohnerin gefragt, ob man denn in Vietnam überhaupt Kaffee trinken würde.^^ Dazu gibt's  immer (egal wo man isst oder trinkt) 'nen kalten Grünen Tee mit Eiswürfeln (wir kochen den definitiv falsch, schmeckt hier viel besser ;)). Das alles hat zusammen 2€ gekostet, was wohl eher etwas teuerer für die Verhältnisse hier ist. :D
Danach haben wir uns mit noch ein paar Praktikanten getroffen, um den Vormittag am Pool eines Fünf Sterne Hotels zu verbringen. Ich war in meinem Leben noch nie in einem so schicken Hotel! Der Pool ist auf der Dachterasse, so konnte man gleich eine tolle Aussicht über Ho Chi Minh City genießen. In Vietnam kennt man Sonnenbaden übrigens nicht, denn hier ist Schönheitstrend blass zu sein. Da sieht man mal, wie gerne doch Ideale geschaffen werden, die Realitätsfern sind. In den ganzen Kosmetikartikeln hier ist Bleichmittel und heute Mittag sah ich eine Frau, die hautfarbenen Stulpen über den Arm gezogen hatte. Generell heißt es hier nämlich bei sonnigem Wetter: "Ja warm anziehen, sonst wirst du braun!". Während ich mich riesig darüber freue, wie braun ich schon heute geworden bin. (Ich hab heute übrigens das erste Mal in meinem Leben einen Bikini getragen. Es war großartig!)

Am Nachmittag mussten wir dann zu einem Meeting mit unsrem Team, dort besprachen wir die nächsten Unterrichtseinheiten. Davor holten wir uns noch ne Kleinigkeit zum Mittag: eine Art Dampfnudel aus Reisteig mit Hackfleisch und Wachteleiern gefüllt. Schmeckt ganz lecker. Als Lena nur auf mein Kommentar, dass die Konsistenz des Fleisches etwas gewöhnungsbedürftig sei, mit "Ja, die benutzen hier halt das ganze Tier für's Hackfleisch." antwortete, verging es mir gleich. Ich konnte es tatsächlich nicht weiteressen und musste, was ich im Mund hatte, ausspucken. Ich war selbst ganz erstaunt über mich, ich hätte mich nämlich nicht für so pingelig gehalten. Ich habe mir definitiv vorgenommen, in Zukunft erst nach dem Essen zu fragen, was drinnen ist.   Gekostet hat das übrigens inkl. Mountain Dew (Yay, dass es das hier gibt! :)) etwas weniger als 1€.
Nach unserem Meeting sind wir alle zusammen Abendessen gefahren. Und zwar mit dem Roller. Mein "Buddy" (Minh) hat mich mitgenommen. Ein 19-Jähriges vietnamesisches Mädel, das ungefähr halb so viel wiegt wie ich und dem ich deswegen anfänglich auch nicht wirklich viel Vertrauen schenkte, dass sie den Roller mit mir darauf überhaupt richtig lenken könne. Sowas verrücktes wie vietnamesischen Verkehr habe ich noch nie erlebt! Alles fährt Kreuz und Quer, egal in welche Richtung. Und gehupt wird pausenlos. Ich bin tausend Tode gestorben! Anfangs sind wir nur geradeaus gefahren, das ging noch eingermaßen (obwohl ich mich da schon an Minh krallte). Doch dann wollten wir plötzlich links abbiegen. Also sind wir einfach links abgebogen und haben die vielen Roller aus dem Gegenverkehr um uns herum fahren lassen. Ganz schlimm wurde es an den ganz großen Kreuzungen. Aber Hey, ich lebe! Und mit der Zeit macht es sogar Spaß! Mal sehen, ob ich mich in ein paar Wochen auf einer ruhigen Straße traue, mal selbst Roller zu fahren. (Nur zur Info, ich bin generell im Straßenverkehr ein totaler Angsthase. Ich habe keinen Führerschein und bin eigentlich nur mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und Fahrrad unterwegs. Und selbst beim Fahrradfahren steige ich an gewissen Stellen für's links abbiegen lieber vom Fahrrad ab und schiebe es über die Straße.) Helm und Schutzmaske durften natürlich nicht fehlen. :)
Angekommen sind wir in 'ner süßen Straßenküche am Fluß. Gesessen haben wir typisch vietnamesisch auf kleinen Plastikhocker (ich bin ja immer froh, wenn's die Hocker sind und nicht die kleinen Stühle mit Armlehnen, in die geraaaade mal so hinein passe) an Plastiktischen. Das Abendessen war grandios! Wir hatten eine vietnamesische Pizza. Der Boden ist aus einem riesen Krabbenchips und was drauf war, weiß ich ehrlich gesagt nicht, aber es war unglaublich lecker! Essen tut man das ganze in der Mitte zusammen geklappt. Danach hattenen wir noch Cheese Sticks (fritierter Käse mit Brot auf einem Stick) mit Chilisoße und eine Kokosnuss-Lemon-Limonade. Das alles hat ungefähr 90 Cent gekostet.
Morgen geht's zum ersten Mal zum Unterricht, zum Glück nur als Gast. Davor steht Unterricht für das Wochenende vorbereiten an. Da das Projekt, bei dem ich arbeite, schon in anderthalb Wochen beendet ist, fange ich nächste Woche schon parallel bei einem anderen Projekt an. Das bedeutet für mich, dass ich nächste Woche 7 Tage unterrichten werde. Ich bin gespannt. Spätestens nach der nächsten Woche habe ich dann hoffentlich meine Angst vor Public Speaking abgelegt. :)

7 Kommentare:

  1. sehr beeindruckende bilder! viel spaß weiterhin ♥

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  2. Ich finde es total spannend was du gerade erlebst und freue mich schon auf neue Berichte und Fotos!

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  3. Wow, das klingt echt alles total spannend!
    Um den Pool beneide ich dich grad ein bisschen :D Ich hoffe, es geht so cool für dich weiter! Freu mich schon auf die nächsten Berichte :)

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  4. Ich habe deinen Text total gerne gelesen, bitte mehr davon! ;)

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  5. Wow! Total genial! Ich wünsch dir noch ganz viel Spaß :)
    ♥Bine

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  6. Ein toller Bericht und ich freue mich schon auf viel viel mehr^^

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  7. ohhh, there are amazing places over there...you are lucky to be there...:)
    xo
    rene
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